Argumente gegen den privaten Gestaltungsplan Areal Hardturm

  • Zürich-West wurde in der Vergangenheit sehr dicht überbaut und unbestrittenerweise „zu Tode“ entwickelt. Der Gestaltungsplan Ensemble setzt die bestehenden Bausünden nahtlos fort. Stattdessen müsste er der letzten nicht überbauten grösseren Baulandreserve in Zürich West angemessene Bedeutung zukommen lassen, und zwar nicht nur – aber doch besonders – in Bezug auf genügend Grün- und Freiraum.
  • Zürich-West ist laut ETH- und Empa-Studie  bereits heute eine Hitzeinsel mit durchschnittlich 5 Grad höheren Temperaturen als im Rest der Stadt. Mit 90% Versiegelung durch Tiefgaragen des Bodens fördert der Gestaltungsplan Hardturm-Areal die Hitzeentwicklung im Quartier weiter. Das ist keine klimagerechte Entwicklung des Areals!
  • Der kommunale Siedlungsrichtplan fordert die Schaffung von 40 ha mehr Grün- und Freiflächen . Im Widerspruch dazu zerstört der Gestaltungsplan Hardturm-Areal 5,5 ha an Grün- und Freiräumen auf dem Hardturm-Areal. Diese andernorts gegen teures Geld wieder künstlich zu schaffen, entbehrt jeglicher sinnvoller Stadtentwicklung.
  • Für die Umwelt ist eine grosse Biodiversität, die Vielfalt der Lebensräume, der Arten und der Gene lebensnotwendig. Sie dient als Schutzschild gegen Schädlinge, Krankheiten, Naturkatastrophen, gegen Klimawandel und Hungersnot. Der Gestaltungsplan versiegelt 90 Prozent des rund 55‘000 m2 grossen Hardturm-Areals und zerstört damit die bestehende natürlich gewachsene Biodiversität.
  • Die Stadt Zürich wächst. Neue Quartierzentren müssen geschaffen werden, um keine unattraktiven toten Schlafsilos zu generieren. Das Hardturm-Areal besitzt bereits heute das Potential als Zentrum für Zürich-West – gut erschlossen, unmittelbar neben Wohn- und Arbeitsstätten, Verbindungsglied mehrerer Stadtteile und lebendiger, vielfältig genutzter Freiraum zu sein. Der aktuelle Gestaltungsplan des Areals zerstört diese Entwicklung eines neuen, modernen und nachhaltigen Quartiers mit hoher Lebensqualität.
  • Die bestehenden Hochhaus-Richtlinien der Stadt Zürich sehen eine Maximalhöhe von 80m für Gebäude vor und fordern einen Gestaltungsplan für die Überprüfung des ortsbaulichen Gewinns durch eine Überbauung über diese Höhe hinaus. Die zwei Türme im Gestaltungsplan brechen mit 137m Höhe die zulässige Höhe um 57m und sollten zudem „schlanker und weniger gewichtig“ sein, so die Wettbewerbs-Jury. Die Riesentürme im Gestaltungsplan passen nicht und schaffen wohl eher unbelebten Leerraum im Quartier.
  • Der Gestaltungsplan ist deshalb auf der Agenda, weil er sich unter anderem ausserhalb der kommunalen Richtlinien für Wohnungsbau oder dem kommunalen Siedlungsplan in Sachen Grün- und Freiraum bewegt. Bei beidem bekommt die Stadt und das Quartier weniger: NUR 23% gemeinnütziger Wohnungsbau, möglich wäre das Doppelte, und ein natürlich gewachsener Grünraum wird quasi ersatzlos zerstört! Der Gestaltungsplan generiert keinen Mehrwert für die Stadt, schon gar nicht fürs Quartier, ganz im Gegenteil: Es ist ein reines Rendite-Projekt für die CS.
  • Freie Flächen sind in Zürich rar geworden – sie sollten für vielfältige dringende Bedürfnisse wie preisgünstigen Wohnraum, Naherholung, Freizeit, Kultur oder Breitensport eingesetzt werden.
  • Die bestehenden Sportplätze für Breitensport und Parkanlagen in der Stadt sind überfüllt. Orte der Erholung und für sportliche Aktivitäten für Kinder und Erwachsene sind gesucht. Der Ausverkauf der letzten Landreserven der Stadt kann nicht im Interesse der Bewohner*innen der Stadt sein.
  • Der Standort für ein Stadion ist durch die enorme Verdichtung  der Stadt überholt. Es muss ein alternativer Standort gefunden werden, an welchem das hohe Sicherheitsrisiko ausserhalb des Stadions für Polizei, Bevölkerung und Fans kleiner ist als im Hardturmquartier .